Wer mit dem Webbrowser
Mozilla
Firefox im Netz unterwegs ist, kam schon oft - wissentlich oder
unwissentlich - in den Genuss jener Vorzüge, die eine quelloffene
Software mit vielen beteiligten Programmierern mit sich bringt. Etliche
clevere Standardfunktionen des Feuerfuchses und so manche hurtig
geschlossene Sicherheitslücke gehen auf das Konto der großen, aktiven
Community. Und natürlich ist es ein gutes Gefühl, dass bei Firefox dank
der transparenten Entwicklung keine geheimen Schnüffelfunktionen ihr
Unwesen mit den Daten des Nutzers treiben können. Der aber vielleicht
größte Vorteil gegenüber anderen Browsern wie Internet Explorer und
Opera besteht in der unglaublichen Vielfalt verfügbarer
Programmerweiterungen
(auch Add-ons und Plug-ins genannt). Ich möchte hier eine der besten und
leistungsfähigsten Erweiterungen vorstellen, die schon für sich genommen
ein überzeugendes Argument für den Umstieg auf Mozilla Firefox
darstellen kann.
Die Zahl der Webseiten steigt stetig. Damit erhöht sich entsprechend die
Zahl potenzieller Werbeflächen im Netz. Und auch außerhalb des Internets
gibt es immer mehr Werbeformen, Werbeforen und Werbeträger. Das hat in
den vergangenen Jahren dazu geführt, dass - trotz
wachsender
Werbeausgaben - der durchschnittliche Preis
deutlich
sank, den ein Unternehmen zu zahlen bereit ist, um mit einer Anzeige
auf sich aufmerksam zu machen. Sollen für einen Webseitenbetreiber die
Einnahmen aus geschalteten Anzeigen stabil bleiben, muss er deshalb
immer mehr Firmenreklame auf seiner Webseite unterbringen. Der
Werbedruck auf den ganz normalen Internetnutzer nimmt also zu.
Mittlerweile kann man ohne Übertreibung davon sprechen, die eigentlichen
Inhalte oft zwischen den bunten und zappeligen Werbeanzeigen suchen zu
müssen. Neben diesem nervtötenden Aspekt ist auch die Suggestion,
Indoktrination und Manipulation durch die allgegenwärtigen
Werbeannoncen ein ernsthaftes Problem.
Doch hier kommt der Damm gegen die Werbeflut: Die Firefox-Erweiterung
Adblock
Plus (eine Weiterentwicklung von Adblock) filtert automatisch einen
Großteil der Werbung aus Internetseiten heraus. Das erhöht die
Übersichtlichkeit, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und spart
(Lade-)Zeit. Letzteres werden gerade Modem- und ISDN-Nutzer danken.
Nach der Installation von Adblock Plus taucht ein neues Symbol in der
Firefox-Statusleiste rechts unten oder/und in der Adressleiste oben
rechts auf: Ein rotes Stoppschild mit der weißen Aufschrift ABP
(für Adblock
Plus). Nun ist das Add-on aktiv und bietet folgende drei
Möglichkeiten:
1. Öffentliche Filterlisten abonnieren
Da Internetwerbung
zum größten Teil von einer überschaubaren Menge spezialisierter Firmen
zur Verfügung gestellt, und auch über deren Server geliefert wird,
sperrt man bei einer Blockade dieser einschlägigen Werbeserver schon
mehr als die Hälfte aller Werbebanner aus. Überaus nette Menschen
erstellen und pflegen zu diesem Zweck kostenlose und frei verfügbare
Filterlisten. Diese Textdateien kann man mit Adblock Plus ganz
unkompliziert abonnieren. Sie werden dann automatisch aktuell gehalten.
Zu empfehlen sind momentan vor allem EasyList und EasyList Germany.
2. Individuelle Filter erstellen
Nervt auf einer Internetseite
ein hartnäckiges Werbebanner munter weiter, lässt es sich auch ganz
gezielt mit Adblock Plus abschießen. Ein Klick mit der rechten Maustaste
auf die unliebsame Grafik, flugs "Adblock Plus" ausgewählt, und schon
kann man einen eigenen Filter einrichten, der genau dieses Banner oder
alternativ z.B. alle Grafiken aus dem gleichen Web-Ordner lahm legt.
Werden nun auch erwünschte Bilder unterdrückt, muss man den Filter noch
einmal umformulieren.
3. Ausnahmen eingeben (Whitelist)
Weniger erfreulich ist es,
wenn im Lieblings-Onlineshop dank Adblock Plus plötzlich alle
Abbildungen verschwinden oder beim Internetbanking das Einloggen nicht
mehr glückt. In solchen Fällen empfiehlt es sich, Adblock Plus auf jener
Seite generell abzustellen. Dazu klickt man mit der rechten Maustaste
auf das vorhin erwähnte rote Stoppschild von Adblock Plus und wählt den
Menüpunkt "Deaktivieren auf...". Wahlweise kann man Adblock Plus auf der
aktuellen Seite (z.B. https://meinebank.de/kundenlogin.html), oder auf
allen Webseiten der jeweiligen
Domain
(z.B. meinebank.de) abschalten. Fortan wechselt das Adblock-Icon auf der
ausgenommenen Internetseite seine Farbe und wird grün. Weiß man nicht,
ob das Problem überhaupt auf Adblock Plus zurück zu führen ist, kann man
die Firefox-Erweiterung auch versuchsweise von Hand stilllegen:
Mittelklick auf das rote Adblock-Stoppschild oder rechter Mausklick auf
das Icon, dann den Haken vor "Adblock Plus aktivieren" entfernen und die
Seite neu laden. Auf dieselbe Weise lässt sich Adblock Plus später
wieder in Betrieb nehmen.
Wem Adblock Plus nicht weit genug geht, der kann sich einmal den
Element
Hiding Helper ansehen - ein Plug-in für Adblock Plus, das die
Funktionen von Adblock Plus auf ganze Webseiten-Bereiche ausdehnt.
Links zum Thema: