Mittwoch, 21. Oktober 2009
Jack Wolkskin wird tollwütig
Jack Wolkskin® hat ja in den letzten 18 Jahren einen deutlichen Wandel vollzogen: Vom soliden Hersteller guter Outdoor- und Trekkingartikel zur Modemarke mit Kultaufpreis. Wem nicht schon aufgrund dieser Entwicklung Zweifel an der Unternehmensphilosophie kamen, der musste 2004 annehmen, dass die ethischen Standards, nach denen in den Jack-Wolkskin-Fabriken Südostasiens gearbeitet wird, wohl zu miserabel für die Öffentlichkeit waren. Jedenfalls verweigerte die Firma gegenüber Stiftung Warentest sämtliche Auskünfte über die ökologischen und sozialen Produktionsbedingungen ihrer Funktionsjacken. Stattdessen poliert das Unternehmen mit der Wolfstatze als Logo das eigene Image lieber mit teurer Werbung und Sponsoring auf und fischt mit sogenannten Jack-Wolfskin-Stores allenthalben nach neuen Kunden aus dem Wir-sind-fit-und-trendy-Segment. Das mag die wirklichen Outdoorer mit Umweltgewissen befremden, ist aber offenbar für viele Käufer noch hinnehmbar.
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Doch nun hat Jack Wolfskin die Hundeleine überdehnt. Seit kurzem hetzt das deutsche Unternehmen seine Meute auf Kleinunternehmer, die nach Firmenauffassung die Markenrechte am Pfotenlogo verletzen, indem sie bei DaWanda und Co. mit Tatzen geschmückte Kleidung und Accessoires feilbieten. Bei dieser völlig unverhältnismäßigen Jagd auf Hausfrauen und Bastler sind die wildgewordenen Wehrwölfe offenbar komplett farbenblind und zudem noch unfähig, zwischen den Spuren eines Wolfes und einer Katze zu unterscheiden. Abgemahnt wird, wer vor die Flinte läuft. Die Abmahnsummen bewegen sich teilweise um die 1000 Euro! Eine Firma die sich soetwas leistet, hat sich einen Boykottaufruf redlich verdient und sollte ab sofort mit Ignoranz seitens verantwortungsbewusster Käufer gestraft werden. Und den für diese Aktion zuständigen Leuten aus dem Management kann man nur nahelegen, die Siebensachen zu packen und dem eigenen Slogan zu folgen: DRAUSSEN ZUHAUSE.
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