Mittwoch, 8. April 2009

Deine Unterschrift kann Genmais stoppen

Noch bis zum 15. April läuft die Anti-Genmais-Kampagne der Bürgerinitiative Campact. Ziel ist es, die für Mitte April geplante Aussaat der genetisch veränderten Maissorte MON 810 von Monsanto zu stoppen. Die meisten genmanipulierten Pflanzen werden in Europa zu Forschungszwecken angebaut. MON 810 ist bislang die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die auf euro­päischen Äckern auch kommerziell angepflanzt werden darf.


© Campact! :: Genmais-Kampagne 2009

MON 810 bildet ein in Deutschland ohnehin eher überflüssiges Insektengift, dessen Langzeitwirkung weitest gehend unbekannt ist. Den Auflagen, die Folgen des Insektizides für Schmetterlinge zu testen, kam der amerikanische Skandal-Konzern mit engen Verbindungen zum US-Militär nicht nach. Aktuelle Studien legen allerdings unabhängig davon nahe, dass die Maispflanzen am gefährlichen Phänomen des Bienensterbens beteiligt sind und auch eine Gefahr für andere nützlichen Insekten wie Marienkäfer und für Gewässer-Ökosysteme darstellen. Zudem lösten die Genpflanzen bei Versuchen an Mäusen Immunkrankheiten und Nachwuchseinbrüche aus. Des Weiteren ist die Maissorte nur als Futtermittel zugelassen. Daher darf - zum großen Ärger der Imker - Honig nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden, wenn er Blütenpollen von MON 810 enthält. Aus diesem Grund wurde in Deutschland bereits 2007 ein halbherziges Vertriebsverbot über das Monsanto-Produkt verhängt, das jedoch für die Aussaat zu spät kam und auch bald wieder aufgehoben wurde. (vgl. Frankfurter Rundschau) Wie das Gift, das über Nutztiere natürlich auch in unsere Nahrungskette gelangt, auf den Menschen wirkt, ist ebenfalls völlig unerforscht.

Im Moment ist MON 810 schon in Österreich, Ungarn, Frankreich, Griechenland und Luxemburg verboten. Das Campact-Netzwerk möchte nun unsere wankelmütige Landwirtschaftsministerin Aigner dazu bringen, auch in Deutschland unverzüglich ein Aussaat-Verbot zu erlassen. Unterstützt wird diese Initiative von allen wichtigen Umweltorganisationen und zahlreichen Bio-Anbauverbänden. Um selbst an der Kampagne teilzunehmen, braucht es nicht mehr als eine Online-Unterschrift. Wer die Aktion darüber hinaus finanziell unterstützen möchte, findet auch hierfür Informationen auf der Homepage von Campact.

PS: Vielen Dank für den Hinweis, Otmar!

Autor: root   
Veröffentlicht: 08.04.2009, 19:42 Uhr

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